Nein, es ist nicht nur die Südseite, die gute Erträge von einer PV-Anlage bringt.

Dieser Irrtum stammt aus der Zeit, wo PV-Anlagen sehr teuer waren und daher sehr viel Strom bringen mussten, damit sie sich rentierten. Dieser Strom wurde auch nicht für den Eigenverbrauch erzeugt, sondern direkt eingespeist.

Heute erhält der PV-Anlagen-Besitzer, der seinen Strom unter den EEG-Richtlinien einspeist, nur noch wenige Cent (2022: 6 Cent/kWh) für die Kilowattstunde. Die gleiche Kilowattstunde aus dem Netz gezogen für die Verwendung im Haus kostet dagegen über 40 Cent/kWh. Das ergibt keinen Sinn und daher sind die heutigen Anlagen auf den Eigenverbrauch ausgelegt und besitzen in über 90% der Fälle eine Batterie, um den selbst erzeugt Strom vom Tag auch in der Nacht nutzen zu können.

Jede Seite eines Hausdachs ist für PV geeignet. Und in der Kombination mit dem gegenüberliegenden Dach bei einem Satteldach ergibt sich auch immer wieder der gleiche Ertrag:
Süddach: 100% des möglichen Ertrags, Norddach: 60% des möglichen Ertrags
zusammen ergibt ein Nord-/Süd-Dach also 160 von möglichen 200%, oder 80 von 100%.

Westdach: 80% des möglichen Ertrags, Ostdach: 80% des möglichen Ertrags
zusammen ergibt ein Ost-/West-Dach also 160 von möglichen 200%, oder 80 von 100%. Da im Winter gut 2/3 des Jahresstrombedarfs verbraucht wird, kommt es gerade in dieser Zeit auf jeden qm PV-Fläche an. Und ein Norddach bringt immer noch 60%. Das sind bei einem Standard-Dach gern mal 4.000 – 5.000 kWh/a oder 1.600 – 2.000 EUR/Jahr.